Dornach verlor Spiel und wohl auch die Aufstiegschance

17 Mai 2016
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 Die Ausgangslage für den Spitzenkampf in Bassecourt war klar: will man weiter im Aufstiegsrennen bleiben, darf man nicht verlieren. Aufgrund des Restprogrammes wäre gar ein Sieg angesagt gewesen. Entsprechend gut und positiv eingestellt ging das Team auf den Platz. Ein Spielfeld, das zur Überraschung der aus der Region Basel/Dornach angereisten Zuschauer bestens bespielbar war, da es kaum regnete. 
Wie zu erwarten war, begannen die Jurassier recht forsch und offensiv. Das Selbstvertrauen der Equipe war unübersehbar gross durch die starke Rückrunde. Gefährliche Angriffe durch die Mitte waren aber kaum möglich, da Dornachs Innenverteidiger wie ein Fels in der Brandung standen und Topskorer Farid Soltani (19 Treffer) hatte die Abwehr im Griff. So versuchte es Bassecourt vornehmlich über ihre schnellen Spieler auf den Seiten. Dornach war sich bewusst, dass man das Heil wohl in erster Linie mit Kontern werde finden müssen. So kam man denn auch immer wieder gefährlich vor das Tor. Allerdings musste weder Bassecourt-Goalie Beat Weber noch Dornachs Fabio Scheibler sogenannte «Hundertprozentige» parieren. Vor dem Tor waren beide Teams im Abschluss zu ungenau. In der 39. Minute brachte Pascal Lachat das Heimteam in Führung. Er lief in einen klugen Rückpass und schob den Ball eiskalt ein. Sehr zur Freude von gut 300 Zuschauern. «Die Führung war zu dem Zeitpunkt sicher nicht unverdient. Bassecourt hatte mehr Spielanteile und war auch die aktivere Mannschaft», erklärt SCD Coach Daniel Siegrist. Das änderte sich danach. Dornach musste reagieren und tat es.

Wild entschlossen das Ergebnis noch zu wenden kamen die Dornacher aus der Kabine und starteten furios in die zweite Hälfte. Das Hauptproblem der Mannschaft in der Rückrunde wurde aber auch wieder im Spitzenkampf unübersehbar. Bis vor das Tor läuft der Ball ganz gut und man kann sich auch gefährliche Aktionen erarbeiten. Im Abschluss passt dann aber viel zu wenig zusammen. Der letzte Pass oder der finale Abschluss kommt nicht. Bestes Beispiel dafür die 78. Minute, als Zoran Jankovic ein Zuspiel aus wenigen Metern statt ins nur neben das Tor setzte. Wenn es nicht läuft, kommt oftmals auch Pech dazu. So etwa, als der Ref zuvor hätte auf Elfmeter entscheiden können, da José Blanco im Strafraum am Leibchen zurückgerissen wurde und ihm so ein Abschluss verunmöglicht wurde. Pech auch wieder für Innenverteidiger Joel Stampfli. Nach der überwundenen Gehirnerschütterung und der Kopfwunde aus dem Spiel gegen Concordia prallte er nun erneut mit dem Kopf gegen einen Gegner und liess sich darauf in der 53. Minute schon fast frustriert auswechseln. Es ist nicht zu spassen mit Kopfverletzungen, denn es gibt bekanntlich noch ein Leben neben dem Fussball. Bleibt zu hoffen, dass der gute Innenverteidiger künftig mehr Glück hat und sein Kopf verschont bleibt.

Trainer Pascal Burger war enttäuscht über die 0:1 Niederlage. «Wir wussten, dass es nicht einfach werde, aber es wäre klar mehr drin gewesen. Wir geben nun sicher nicht auf, aber dass wir es jetzt nicht mehr selbst in den Füssen haben, ist bei vier Punkten Rückstand und nur noch drei Partien klar. Dennoch wollen wir einen positiven Abschluss der Saison.» Gross Spielraum hat Dornach in Sachen Kader auch nicht. In Bassecourt fehlten Gürbüz, Altamirano und Flores und Burger nahm mit Jankovic für Stampfli und Currenti für Blanco auch nur zwei Wechsel vor. Am Sonntag geht es mit dem Heimspiel gegen Liestal weiter. Dann dürfte das Kader weiter reduziert sein, gibt es doch gleich drei Fragezeichen. So dürften gegen Saisonende auch vermehrt Spieler aus dem zweiten Team zum Handkuss kommen, zumal dem zweiten «Anzug» der Aufstieg kaum mehr zu nehmen ist.

Dornach hat nun vier Punkte Rückstand auf Leader Bassecourt. Sieht man sich das Restprogramm an, haben die Jurassier das einfachste Programm. Zuerst muss man nach Binningen. Verliert man dort nicht, ist das Rennen gelaufen. Denn dann trifft man noch auf Tavannes und Moutier. Beide dürften bis dann nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben und dem Aufstiegsfest in Bassecourt kaum gross im Weg stehen wollen. Binningen hat noch zwei Nachtragsspiele vor sich, muss aber Bassecourt zwingend besiegen und danach auch Dornach. Die Dornecker selbst haben noch drei Derbies vor sich. Wenn man sich die Rückrundenbilanz betrachtet, kann die Veränderung an der Tabellenspitze nicht erstaunen. Bassecourt holte aus seinen 10 Partien 19 Punkte. Dornach lediglich deren 10. Binningen aus acht Partien deren 14. Bestes Rückrundenteam ist Lerchenfeld, das aus 10 Begegnungen gleich 23 Zähler holte und ebenfalls noch minime Ausseinseiterchancen aufweist. 
Für Siegrist ist klar, dass man jetzt nicht mehr vom Aufstieg spricht, sondern dass man die drei restlichen Spiele gewinnen und Rang zwei sichern will. «Sollte dann plötzlich mehr herausschauen, würden wir es akzeptieren.»

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